Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, eines der ärmsten Länder der Welt: In völliger Dunkelheit spielen 200 Orchestermusiker Beethovens Neunte – "Freude schöner Götterfunken". Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters in Zentralafrika, dem L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste. Seit seiner Gründung haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ...

In seinem beeindruckenden Dokumentarfilm erzählt das Regieduo Claus Wischmann und Martin Baer die schier unglaubliche Geschichte eines Symphonie-Orchesters, dessen Mitglieder ihre Freizeit der großen Passion widmen: der Musik. Auf teils selbst gebauten Instrumenten trotzen sie den nicht enden wollenden Auseinandersetzungen in ihrem Land und arbeiten selbstverständlich weiterhin in ihren Berufen – um den Lebensunterhalt zu verdienen. Um ihren Musiktraum zu verwirklichen, übernehmen sie Aufgaben, die hierzulande kein Orchestermitglied interessieren würde. So spielt der Elektriker und Friseur Joseph Masunda nicht nur die Bratsche, sondern ist auch für das Licht zuständig. So ist dies nicht nur die außergewöhnliche Geschichte des Orchesters, sondern gleichzeitig die Bündelung von kleinen Porträts einzelner Mitglieder, denen die Kraft der Musik eine vollkommen neue Lebensperspektive eröffnet.



Foto: Salzgeber