Die Provinz Kosova steht seit 1999, mit dem Ende der NATO-Bombardierungen, unter internationaler Verwaltung durch UNMIK und KFOR. Die patriarchal geprägte Gesellschaft erfährt nach dem Krieg tiefgreifende Veränderungen. Durch den Aufbau demokratischer Strukturen bekommen insbesondere Frauen in Städten Möglichkeiten, ihre Betätigungsfelder zu erweitern. Sechs Frauen aus der albanisch-kosovarischen Mittelschicht erzählen in Interviews über ihre Arbeit, über ihre persönlichen Hoffnungen und Erwartungen an die Zukunft: Naxhie Buçinca, 65 Jahre alt, ist Lehrerin und Frauenaktivistin. In ihrer NGO "Veteran Women" setzt sie sich seit Jahren für die Bildung der Frauen und Mädchen im Land ein. Xheraldina Buçinca-Vula, 38 Jahre alt, ist Redakteurin im kosovarischen Radio-TV-Sender 21, sie schreibt Bücher und setzt sich wie ihre Mutter für die Rechte der Frauen ein. Drita Fazliu, 43 Jahre alt, ist Gynäkologin in der Ambulanz von Mitrovica, verheiratet und hat zwei Kinder. Seit Ende des Krieges engagiert sie sich auch in der PDK, der Partei, die aus der UçK entstanden ist. Valbona Kamberi, 28 Jahre alt, gehört zur ersten Generation von Polizistinnen, die es in Kosova gibt und die von der internationalen Verwaltung eingesetzt wurden. Zake Prelvukaj, 38 Jahre alt, ist Malerin und reflektiert in ihrer künstlerischen Arbeit die Geschichte der Menschen ihres Landes. Sie lebt alleine, was in der kosovarischen Gesellschaft bisher nicht möglich war. Sihana Bunjacu, 25 Jahre alt, studiert Musik in Pristina und fühlt sich durch die traumatischen Erfahrungen aus dem Krieg gezeichnet. "Kosova Transit" wurde mit einem Frauenteam im März 2001, zwei Jahre nach Kriegsende, gedreht. Der Film zeigt die soziale Umgebung der Frauen und gibt Einblicke in ihre Arbeitsräume. Die Frauen erinnern sich an ihre Kriegserlebnisse und an die Zeit vor dem Eingreifen der NATO. Dabei entstehen fragmentarische Einblicke in die vielschichtigen Entwicklungen Kosovas und der Frauen.