Die junge Spaniern Isabel ist ihren Eltern, ehemaligen Gastarbeitern, nicht ins heimatliche Móstoles nahe Madrid gefolgt. Sie ist lieber in Deutschland geblieben, denn hier hat sie ihren Job als Assistentin des Marktleiters in einem Supermarkt, ihre Freundinnen und ihren Freund Karl. Als der ihr wegen angeblicher Gefühlskälte den Laufpass gibt, bricht für die zurückhaltende und verschlossene junge Frau zunächst eine Welt zusammen. Bis sie den Halbspanier Manuel kennenlernt, der sie vor die Entscheidung ihres Lebens stellt...

In ihrem Kino-Debüt thematisert die in Deutschland lebende Regisseurin Daphne Charizani, die zuvor Autorin der Jugendsendung "Moskito" und der Kulturredaktion des hessischen Rundfunks war, ein Problem, dass vielen Kindern von ausländischen Mitbürgern, die in ihr Heimatland zurückgekehrt sind, auf den Nägeln brennt: Wo ist meine Heimat? Ist es das Land der Mütter und Väter, wie im vorliegenden Fall Spanien, oder ist es der Ort, in dem ich den größten Teil meines Lebens verbrachte? Oder ist sie am Ende nicht nur ein Punkt auf der Landkarte, sondern vielleicht sogar die Liebe zu einem anderen Menschen? Daphne Charizani hat dies einfühlsam und nah an ihren beiden Hauptcharakteren inszeniert. Besonders die junge Kino-Debütantin Kathrin Angerer überzeugt in der Rolle der Isabel. Die Darstellerin ist allerdings längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, denn TV-Zuschauer dürften sie aus der Krimireihe "Polizeiruf 110" als Tamara, die junge Kollegin von Jutta Hoffmann kennen. Einen wichtigen Part als Lore Libeskind hatte Kathrin Angerer auch in der Kai-Wessel-Reihe "Klemperer - Ein Leben in Deutschland".

Foto: naked eye