Mit gerade einmal 18 Jahren kam die 1946 im brasilianischen Santo Amaro da Purificação geborene Maria Bethânia von Bahia nach Rio de Janeiro, um mit ihrer traumhaften Stimme kurzfristig für eine berühmte Sängerin bei der Premiere einer Musikproduktion einzuspringen. Sie kam in einer eng anliegenden Hose, einem Hemdchen, das den Bauch freiließ, und barfuss. Am nächsten Tag sprach ganz Rio von Maria Bethânia, und nach einem weiteren Tag war sie in ganz Brasilien berühmt. Seit nunmehr über 35 Jahren beherrscht sie das brasilianische Musik- und Liedschaffen und tritt in der ganzen Welt mit ihrem vielseitigen, eigenwilligen Repertoire auf. Es reicht von den frühen Protestliedern über Samba, Sambas-cançoes und romantische Lieder bis zu höchst komplizierten Rhythmen.

Der französische Regisseur Georges Gachot schildert in seinem Dokumentarfilm den musikalischen Werdegang der "Greta Garbo von Rio", wie die Künstlerin in ihrer Heimat gern genannt wird, vor dem Hintergrund der Entwicklung der brasilianischen Gesellschaft und ihrer Musik. An ihrer Seite hat der Regisseur ein herausragendes Ensemble vereint: Nana Caymmi, Miucha, Chico Buarque, Gilberto Gil und Caetano Veloso sind alles Musiker, Freunde und Verwandte - und Zeugen einer der großartigsten Musikgeschichten der Gegenwart.

Foto: Kool