Im Jahre 1789 sitzt der wegen seiner pornographischen Romane berüchtigte Schriftsteller Marquis De Sade im dunklen Verlies der Pariser Bastille. Er fristet dieses finstere Dasein, weil er Opfer einer Denunziation wurde. Seine Gefangenschaft erträgt der radikale Philosoph nur, indem er schreibt oder mit seinem syphillitischen Geschlechtsteil mit Namen Colin über Gott und die Welt diskutiert. De Sade will seine Rehabilitierung, derweil Colin die Flucht bevorzugt. Nach dem ersten mißglückten Fluchtversuch wird der Marquis Opfer einer Intrige, die der fiese Gefängnis-Gouverneur inszeniert hat. Nun gilt De Sade anstelle des Königs als übler Frauenschänder. Kurz vor der Zerstörung der Bastille unternimmt der Marquis einen weiteren Fluchtversuch ...

Wie in einer Fabel von La Fontaine treten die Schauspieler hier ausnahmslos in grotesken, ihrem Charakter entsprechenden Tiermasken auf: Der Marquis ist ein Hund, der masochistisch veranlagte Gouverneur versteckt sich unter einem Schweinskopf, dessen Mätresse ist ein Schaf, der Kerkerwächter eine Ratte usw. Durch dieses seltsam-bizarre Szenario erhält das Werk von Autor, Schauspieler und Regisseur Roland Topor und Henri Xhonneux den Touch eines verspielt-comichaften Theaterstücks mit animierten Traumsequenzen.

Foto: ZDF/YC Aligator Film/Tchin Tchin Production/Étienne Fauduet