Als sich 1990 die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion öffneten, machten sich viele Jude, deren Religion und Kultur in der UdSSR verboten waren, auf den Weg in den Westen. Hunderttausende kamen nach Deutschland und reisten dann weiter nach Israel, eine große Gruppe Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die seinerzeit mit der Roten Armee gegen das nationalsozialistische Deutschland gekämpft haben, ließ sich mit ihren Familien in Frankfurt nieder. Hier feiern sie jedes Jahr den 9. Mai als den Tag der Befreiung, des Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg. Die festlich gekleideten Herrschaften mit ihren Uniformen und Auszeichnungen lauschen dann der Band, die "Mazel Tov" spielt: Glückwunsch, dass ihr gekämpft habt. Dass ihr hier seid ...

Das Filmemacher-Paar Mischka Popp und Thomas Bergmann ("Kopfleuchten", "Augenlied") hat die Veteranen der Roten Armee, die heute in Frankfurt leben, beobachtet. Hier erzählt es ihre hierzulande nahezu unbekannten Geschichten, Geschichten vom Leben, Kämpfen und Überleben. Geschichten vom Wechsel der Welten, von Jungen und Alten. Während die Alten ohne Hass, aber mit viel Würde über ihre Erfahrungen mit der Roten Armee berichten, ihre Unterdrückung und was sie schließlich bewegte, nach Deutschland zu kommen, erzählen die Jungen von ihrem Verlust und dem Neuanfang. Von der Suche nach ihrer Heimat, ihrer Identität und ihren Wurzeln, die russisch, jüdisch und deutsch zugleich sind.

Foto: Pilotfilm