Die Satire um den kanadischen Politiker Steve Guibord (Patrick Huard) und seinen Praktikanten Souverain Pascal (Irdens Exantus) hat den Finger augenscheinlich am Puls der Zeit.

Da in Europa und den USA immer mehr Wähler Protestparteien und -kandidaten verfallen und da sie eine schlechte Meinung von den etablierten Politikern haben, scheint das unabhängige Parlamentsmitglied Guibord ins Bild zu passen: Der Ex-Eishockeyspieler möchte sein Mandat nutzen, um eine ruhige Kugel zu schieben und versucht sich vor wichtigen Entscheidungen zu drücken.

Doch plötzlich liegt es an seiner Stimme, ob Kanada in den Krieg zieht. Sein neuer Praktikant überzeugt ihn, per direkter Demokratie die Meinung der Bevölkerung zu dieser Abstimmung mit hoher Tragweite einzuholen.

Erwartungen unterlaufen


Für Irritationen beim Zuschauer dürfte sorgen, dass tatsächlich Guibord im Zentrum der Handlung steht, während der internationale Titel und der Trailer noch den Eindruck vermittelten, Praktikant Souverain sei die Hauptfigur. Doch der verkommt leider zu einer etwas klischeebehafteten Nebenrolle.

Davon abgesehen gelang Regisseur Philippe Falardeau ("Monsieur Lazhar", 2011) eine unterhaltsame Politsatire, die allerdings - gerade angesichts der weltpolitischen Lage - an vielen Stellen etwas mehr Biss vertragen hätte.

Wohl deswegen wurde der Film auf diversen Festivals (unter anderem Premiere in Toronto und Beitrag beim Hamburger Filmfestival 2015) zwar wohlwollend aufgenommen, bei den meisten Preisvergaben allerdings übergangen.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Mein Praktikum in Kanada":