Das Porträt eines außergewöhnlichen Menschen: Der 1920 in Sacramento geborene US-Amerikaner Jimmy Mirikitani wanderte als Kind mit seinen Eltern nach Japan aus. In Hiroshima aufgewachsen, kehrte er als 18-jähriger in die USA zurück, da er Künstler und nicht Soldat werden wollte: "Make art – not war". Nach dem Angriff japanischer Flugzeuge auf Pearl Harbor stuften die Behörden Mirikitani als feindlichen Ausländer ein. Er wurde wie hunderttausende anderer Amerikaner mit japanischen Vorfahren in einem Lager interniert. Der Atombombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki – bei dem auch Mirikitanis Familie ausgelöscht wurde – beendete den Krieg, nicht jedoch seine Internierung. Erst 1947 wurde er entlassen, und zwar ohne seine Staatsbürgerschaft zurück bekommen zu haben, die er auf Druck der Regierung während der Internierung aufgegeben hatte. Statt der erhofften Fortsetzung seiner Künstlerkarriere jobbte mal hier mal da und landete schließlich auf der Straße in New York. Um seine Traumata zu verarbeiten und um sein Schicksal nachvollziehbarer zu machen, malt er Bilder...

Filmemacherin Linda Hattendorf begegnete dem obdachlosen Jimmy Mirikitani durch Zufall und nahm ihn nach den Anschlägen auf das World Trade Center mit in ihre Wohnung, so dass er nicht der Giftwolke ausgesetzt war. Erst nach und nach erfuhr Hattendorf die näheren Lebensumstände und die Geschichte seines Lebens. So hartnäckig wie die Regisseurin fortan daran arbeitete, das ihm widerfahrene Unrecht wieder gut zu machen, so sensibel dokumentiert sie, wie der alte Mann aufblüht und seinem bewegten Leben noch einmal eine grundlegende Wende gibt. Das Ergebnis ist eine sehr persönliche, vielfach preisgekrönte Dokumentation, deren bewegende Bilder zugleich nachdenklich und optimistisch stimmen.

Foto: Arsenal