München, Mitte der Zwanzigerjahre: Die Jüdin Olga Benario verlässt mit 17 Jahren ihr großbürgerliches Elternhaus, um in Berlin für die Durchsetzung des Kommunismus zu kämpfen. Dort befreit sie schon bald ihren Freund und Geliebten in einer spektakulären Aktion aus der Untersuchungshaft. Das Paar flieht nach Moskau, wo sich die junge Olga weiterhin mit dem Studium des Kommunismus befasst. Von der Kommintern erhält sie schließlich den Auftrag, zusammen mit dem brasilianischen Hauptmann Luís Carlos Prestes in dessen Heimat eine Revolution gegen den despotischen Diktator Vargas anzuzetteln. Schon auf der Überfahrt werden die beiden ein Paar. Als es schließlich 1935 zur Revolte kommt, wird diese von den Machthabern niedergeschlagen. Olga und Prestes landen im Gefängnis, wo sie feststellt, dass sie schwanger ist. Dies hindert den Despoten Vargas aber nicht, Olga an das nationalsozialistische Deutschland auszuliefern...

In Brasilien wurde 2004 das Kinoregiedebüt des ehemaligen Telenovela-Regisseurs Jayme Monjardim enthusiastisch gefeiert. Monjardim verfilmte hier die wahre Geschichte der Revolutionärin Olga Benario, der Galip Iyitanir ebenfalls 2004 seinen sehenswertem Dokumentarfilm "Olga Benario, ein Leben für die Revolution" widmete. Monjardim drehte sein Drama übrigens nach dem gleichnamigen Roman von Fernando Morais, der in zwanzig Ländern erschienen ist und weltweit über eine Million Leser gefunden hat. In der Titelrolle gibt die junge Camila Morgado ein brillantes Kinodebüt, das aber die oft pathetischen Bilder und die Schwarzweiß-Malerei des Drehbuchs und der Inszenierung nicht überdecken kann. Möglicherweise liegt dies aber auch daran, dass der deutsche Verleih das Werk um satte 40 Minuten kürzen liess. Schade, dass sich der Zuschauer kein eigenes Bild des kompletten Films machen kann, denn das Thema an sich ist hochinteressant und die Besetzung gelungen.

Foto: Constantin