Das Spielen westlicher Musikstile ist im Iran genauso verboten wie öffentliche Musikauftritte von Frauen. Keine guten Karten für das junge Musikerpaar Ashkan und Negar, ein gemischtes Duo, das sich dem Indie-Rock verschrieben hat. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, möchten die beiden nach London flüchten, um ihre musikalischen Träume zu verwirklichen. Dafür brauchen sie die Hilfe von Nader, einem extrovertierten Film- und Musikenthusiasten, der sich in der pulsierenden Iraner Untergrund-Szene auskennt und die fehlenden Visa und Reisepässe besorgen kann. Auf der Suche nach weiteren Bandmitgliedern lernen Ashkan und Negar die Untergrund-Szene kennen. Dort werden alle westlichen Musikstile von Rap bis Heavy Metal mit großem Enthusiasmus, aber unter schweren Bedingungen praktiziert. Denn die jungen Musiker müssen mit Inhaftierung rechnen, sollten sie von der Polizei auch nur beim Proben erwischt werden ...

Filmemacher haben es nicht leicht im autoritär regierten Iran, das weiß man nicht erst seit der Inhaftierung und Verurteilung von Jafar Panahi ("Offside"). So war auch Regisseur Bahman Ghobadi ("Half Moon") gezwungen, sein mehrfach ausgezeichnetes Drama ohne offizielle Genehmigung in gerade einmal 17 Tagen zu drehen. Denn Alkohol und Partys mit westlicher Musik sind im Iran streng verboten, höchstens in Privathäusern wird hinter geschlossener Tür und abgeschirmt von den Nachbarn bei selbst Destilliertem heftig gefeiert. So tauchte Ghodabi hier mit wackeliger Handkamera in beinahe schon dokumentarischen Bildern in den brodelnden Moloch Teheran ein, zeigt die Stadt in ihrem Elend, aber auch in ihrer Schönheit und Kreativität. So ist dies nicht nur ein lebensnahes Porträt der iranischen Hauptstadt, sondern gleichzeitig das atmosphärisch dichte Porträt einer Jugend, die an ihrer Passion auch gegen alle Widerstände und Einschüchterungen festhält. Super: der Soundtrack!

Foto: ZDF/Turaj Mansuri