Joseph Weizenbaum war ein Pionier i.S. Computer, schuf bereits 1966 mit ELIZA das erste Spracherkennungsprogramms, lehrte Jahrzehnte an diversen Fachuniversitäten und ist heute im hohen Alten jemand, der offenbar nicht aufhört, zur Vernunft angesichts der Tücken des Forschungsfortschritts zu mahnen. Denn in den Forschungslabor ist jene futuristische Horrorvision vom denkenden Roboter schön längst Realität. Dies allerdings hält Weizenbaum für einen ein Quantensprung in die falsche Richtung ...

Was nach einem ungemein spannenden Thema klingt, wurde leider äußerst zäh in dieser Dokumentation filmisch aufbereitet. Zunächst weiß man gar nicht, worum es hier gehen soll und erst allmählich stellt sich das eigentliche Subjekt (Roboter-Technologie) heraus. Doch reicht es, ein paar Roboter zu zeigen und irgendwelche Menschen darüber labern zu lassen? Spannende Dokus sehen eigentlich anders aus. Da wünscht man sich, dass die Filmemacher ebenso ambitioniert wären wie die Computer-Forscher. So kommt hier nur ab und an etwas Schwung in die müde Erzählweise, wenn etwa die absurdesten Roboter (etwa Hiroshi Ishiguros Alter-Ego-Roboter "Geminoid" als Vaterersatz für die Kinder oder der lernfähige "iCub" von Giorgio Metta) vorgestellt werden. Insgesamt ist dies jedoch nur für Kenner und Spezialisten.

Foto: farbfilm