Wolfgang Zenker, auch Wolfi genannt, ist Damenoberbekleidungs-Vertreter der Firma Goldberger. Mit seiner neuen Mercedes-S-Klasse ist er überall in Deutschland unterwegs, besucht elegante Modehäuser, gutbürgerliche Textilfach-Geschäfte sowie schrullige Dorfboutiquen. Als sein Sohn Karsten nach bestandenem Abitur nach Spanien fahren will, macht ihm Papi Wolfi allerdings einen Strich durch die Rechnung, denn Sohnemann soll ihn die nächsten vier Wochen durch die Provinz kutschieren, da Wolfi seinen Führerschein abgeben muss. Da ist Ärger natürlich vorprogrammiert, zumal Handelsvertreter-Kollege Steven Brockmüller in Wolfis angestammten Gebiet mit der neuen Goldberger-Kollektion "Grazilla" nicht nur erfolgreich auf Kundenfang geht, sondern auch Gefallen an seinem Sohn Karsten findet...

In seinem Kinofilm-Debüt zeigt der aus Hildesheim stammende Regisseur und Autor Ingo Rasper, der an der Ludwigsburger Filmakademie studierte, mit augenzwinkerendem, manchmal auch reichlich plattem Humor die Verwicklungen in einer durchschnittlichen deutschen Kleinbürgerfamilie. In der bis in die Nebenrollen gut besetzten Komödie überzeugt Edgar Selge, bekannt als einarmiger Kriminalhauptkommissar Tauber aus der "Polizeiruf 110"-Reihe, als despotischer Wolfi und Florian Bartholomäi verkörpert mit viel Gefühl dessen Sohn, der sein Coming-Out erlebt. Gerade das Vater-Sohn-Verhältnis weiß Rasper gekonnt auszuloten. Ein Manko: Die wenig kinotauglichen Bilder, die im Fernsehen sicher besser aufgehoben sind. Das Premierenpublikum und die Jury beim Max-Ophüls-Festival 2007 allerdings waren begeistert: Ingo Rasper und Tom Streuber erhielten den Drehbuchpreis, Bartholomäi wurde als bester Jungdarsteller ausgezeichnet.

Foto: Filmlichter (Filmwelt)