Stoker Thompson ist mit seinen 35 Jahren eigentlich zu alt für den Ring. Dennoch möchte er noch einmal einen großen Kampf. Obwohl seine Frau Julie sich verzweifelt bemüht, ihn davon abzuhalten, meldet er sich bei einem Boxturnier an. Wovon Stoker nichts ahnt: Sein korrupter Manager hat mit der Gegenseite seine Niederlage vereinbart. Während er im Umkleideraum auf seinen Kampf wartet, irrt Julie ziellos durch die Stadt. Der Kampf beginnt, Stoker scheint gegen den 23jährigen Tiger Nelson, der zudem noch unfair kämpft, keine Chance zu haben. Aber er hält verbissen durch. Sein Manager wird immer nervöser und weiht ihn nach der zweiten Runde in die schmutzige Abmachung ein. Jetzt will es Stoker erst recht wissen ...

Ein hervorragend inszeniertes und gespieltes Boxerdrama mit starken film noir-Anleihen von Robert Wise, der beeindruckend die Geschichte eines alternden Boxers (glänzend: Ex-Boxer Robert Ryan), an dessen Fähigkeiten niemand mehr glaubt. Doch er zeigt es allen noch einmal und gewinnt einen letzten Kampf. So zieht er sich die Feindschaft der Gangster zu, die ihn dafür fast tot schlagen. Wise zeigt nicht nur den Boxring, sondern auch die Umkleidekabinen und Trainingsräume, Männer im Überschwang nach dem Sieg, im Tief nach der Niederlage, Manager beim Verhandeln. Es geht um Dollars, nicht um Menschen, und das Publikum in den Rängen: Gesichter, keine farblose Masse, keine Klischeefiguren: Begeisterung, Entsetzen, Anteilnahme, Spannung, Wut, das Gefühl von Betrogensein auf den Gesichtern. Ein Film, der das schmutzige Geschäft und die kriminellen Machenschaften im US-Box-Sport scharf kritisiert wie die Blutgier des zahlenden Publikums. Wise erhielt dafür den Kritikerpreis in Cannes.

Foto: ZDF/Taurus