Toronto: Der Schüler Simon erzählt an seiner Schule und in Chatrooms eine unglaubliche Geschichte, in der er behauptet, der Sohn eines Terroristen zu sein. Sein Vater wollte angeblich vor Jahren ein Flugzeug in die Luft jagen und hat die dafür vorgesehene Bombe im Gepäck der ahnungslosen Frau versteckt. Die war damals angeblich mit Simon schwanger. Was Simon allerdings nicht vorhersehen konnte: Seine Geschichte entwickelt bald eine ungeahnte Eigendynamik, in deren Verlauf der Junge mit Intoleranz, krassen Vorurteilen und ungeheuerlichen Schuldzuweisungen konfrontiert wird ...

Der armenisch-stämmige Kanadier Atom Egoyan ("Exotica", "Wahre Lügen"), erzählt hier eine faszinierende Geschichte um Wahrheit und Lüge und die daraus resultierenden zerstörerischen Kräfte. Der Regisseur zeigt, wohin Vorurteile und religiöser Fanatismus führen können, wählt dabei aber nicht unbedingt den einfachsten Weg, sondern verstört mit seinen Darstellungen gewollt den Zuschauer. Allerdings hat sich ab und an auch die ein oder andere Länge eingeschlichen. Dennoch: wieder ein ungewöhnliches und unkonventionelles Werk des Meisters.

Foto: X Verleih (Warner)