Der US-Polarforscher Robert E. Peary gilt als Entdecker des Nordpols. 1897 brachte er sechs Inuit nach New York, die dort den Schaulustigen vorgeführt wurden, während er selbst in Grönland ein Doppelleben mit einer anderen Frau führte. Die Verschleppung der Inuit überlebte am Ende nur der Junge Minik – was ist aus ihm geworden? Der Urenkel von Robert Peary begibt sich auf eine Spurensuche und erzählt eine Geschichte über Forscherdrang und kulturelle Zerrissenheit.

Bereits 2005 beschäftigte sich der deutsche Dokumentarfilmer Axel Engstfeld in seiner Regiearbeit "Minik" mit dem Schicksal des einzigen Überlebenden der sechs Inuit, die Peary 1897 in die USA verschleppte. Anders als Engstfeld, der auch mit Spielszenen arbeitete, benutzt Julén ausschließlich authentisches Filmmaterial, zeigt alte Fotos und Zeitungsberichte von einst. Robert E. Peary II, der Nachfahre des Polarforschers, ist der eigentliche Protagonist des Films – auf seiner Spurensuche bringt er die Biographien von Robert Peary und Minik in Erfahrung und lässt die Zeitzeugen berichten. Pearys eigene Position ist dabei von Bewunderung für seinen Urahn genauso geprägt wie von der Anteilnahme am Schicksal des verschleppten Minik, der wie vieler seiner Zeitgenossen einen frühen Tod starb. Was Peary auf seiner Reise erfährt – Geschichten über das Doppelleben des berühmten Forschers, das traurige Schicksal des Inuit-Jungen, über westliche Wissenschaftler, die die mittlerweile umstrittenen Peary-Ausstellungen schließen und Inuit, die ihr westliches Erbe verleugnen – hat mehr mit ihm selbst zu tun, als er zunächst denkt. Eine aberwitzige Geschichte, wie Regisseur Julén zeigt.

Foto: Salzgeber