In Läuferkreisen wird Natural Running viel diskutiert. Gemeint ist ein Lauferlebnis, das Barfußlaufen authentisch simulieren soll.

Konkret bedeutet das, möglichst viel Bodenkontakt für den Vorder- und Mittelfuß – und nicht das übliche Einstampfen über die Ferse, dass wir durchs Schuhetragen gewohnt sind.

Während Letzteres langfristig dazu führen kann, dass die Fußmuskeln verkümmern, soll Natural Running genau das Gegenteil bewirken: alle Muskeln, Sehnen sowie Bänder stärken und Gelenke weniger belasten, weil die Bewegungen harmonischer verlaufen.

Die Technik beruht auf dem ursprünglichen Bewegungsablauf: Unsere Urahnen jagten ohne Fußbekleidung. Und nicht nur unser Fuß, sondern unser ganzer Körper ist immer noch darauf ausgelegt, genau so gefordert zu werden wie damals.

Schuhe mit flachen und flexiblen Sohlen

Läuft man beim Natural Running also barfuß? Im Extremfall ja. Hartgesottene tun das. Üblich sind indes Schuhe mit flachen und flexiblen Sohlen, manchmal sind sie nur hauchdünn.

Von der Industrie werden zuhauf Laufschuhe empfohlen, die einen optimalen Kompromiss zwischen Dämpfung, Stabilisierung, Flexibilität und niedrigem Gewicht bieten. Diese elastischen Exemplare sollten auf jeden Fall eine flache, dünne Mittelsohle haben.

Sie sind aber nur als Ergänzungsschuh geeignet. Zu Trainingsbeginn sollte dieses Modell daher in einer Testphase nicht mehr als vier Kilometer pro Woche eingesetzt werden.

"Natural Running" birgt Verletzungsrisiken

Der "Natural Running"-Schuh birgt nämlich auch Verletzungsrisiken. Jeder Kilometer in diesem Schuh wirkt biomechanisch viel intensiver als bei seinem normalen Pendant. Übergewicht und Bandschwäche bedeuten somit ein Risiko, genau wie orthopädische Vorerkrankungen und Achillessehnenprobleme.

Anfänger und Untrainierte sollten daher behutsam vorgehen, Vorbelastete lieber ganz verzichten. Mit einem gesunden Kompromiss, der eine Überbelastung vermeidet, kann Natural Running aber durchaus das Lauferlebnis steigern.