Bergauf-Bergab - MTBs steuern · Mit Respekt und coolen Trails
So., 14.07. • 17 Min.
Bild: br
E-Mountainbikenist in den letzten Jahren explodiert und immer mehr Menschen sind gerne mit solchen Geräten in den Bergen unterwegs. An dem Thema scheiden sich die Geister. Jeder hat eine Meinung dazu, es gibt erbitterte Gegner, aber auch begeisterte Anhänger von E-Mountainbikes. Wenn die aufeinandertreffen und ihre Argumente austauschen, dann wird es schnell ziemlich emotional.
In der Region Heidiland in der Schweiz geht's hinein ins Calfeisental, das erste Etappenziel ist die alte Walsersiedlung Sankt Martin. Dort gibt es eine Ladestation für e-bikes - ein Service mit Hintergedanken! Wer hier den Radl-Akku auflädt, kann die Wartezeit bei einer Brotzeit überbrücken.
Vor ein paar Jahren hat man hier damit begonnen, ein Mountainbike-Konzept für die ganze Region zu erarbeiten und umzusetzen. Die Gegend bietet ein weitläufiges Netz an sanften Wegen. Ideal geeignet für eine bestimmte Gruppe von Mountainbikern, die ganz gezielt angesprochen werden soll: Genussbiker.
Auf dem Weiterweg kommen immer wieder mal Wanderer entgegen. Es ist in der Schweiz ausdrücklich gewünscht, dass sich verschiedene Nutzer die gleichen Wege teilen. Koexistenz heißt dieses Prinzip, hinter dem die Idee steckt, dass die Landschaft nicht durch immer noch mehr Wege verschandelt werden soll. Wenn es doch genug davon gibt, auf denen ein Miteinander verschiedener Nutzer durchaus möglich ist - wenn man einander mit Rücksicht und Respekt begegnet!
Im Nachbarkanton, in Graubünden, ist Bergauf-Bergab unterwegs mit einem weiteren begeisterten Mountainbiker: Marc Woodtli. Speziell in der Region Flims/Laax ist man bei der Frage des Miteinanders in den Bergen ein paar Schritte weiter als in Bayern. Kein Wunder: Mountainbike-Konzepte wurden hier schon vor über 10 Jahren entwickelt.
Flims/Laax gilt als Paradies für Mountainbiker. Zu einem erheblichen Anteil ist das der Verdienst vom Marc, der hier lange Zeit zuständig war für alles rund ums Mountainbiken. Ganz im Sinne der Koexistenz hat er über Jahre daran gearbeitet, ein gutes Miteinander der Menschen, die hierherkommen zu ermöglichen. Und zwar nicht durch Verbote, sondern durch Angebote!
Alle Begegnungen mit Wanderern verlaufen völlig streß- und konfliktfrei. Sicher auch deshalb, weil es für Mountainbiker neben den gemeinsam genutzten Wegen auch ein paar weitere sehr attraktive Angebote gibt! Zum Beispiel der Runca-Trail. "Da kanalisieren wir die ganzen abwärts-orientierten Biker - 90 Prozent von allen, die hochgehen", sagt Marc Woodtli.