* Droht dem Leipziger Stasi-Museum das Aus?
Seit vielen Jahren steht das Leipziger Museum in der Runden Ecke in der Kritik. Im ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit ist seit 1990 eine Dauerausstellung "Stasi – Macht und Banalität". Auf viele Besucher wirkt sie heute wie ein Kuriositätenkabinett. Vitrinen enthalten rätselhafte Dinge. Da ist die Uniform eines Generals, da sind gefälschte Poststempel und konfiszierte Briefe, mysteriöse Utensilien für das "Kerblochverfahren", Einweckgläser mit Körpergeruchsproben. Seit einem halben Menschenleben, seit über 35 Jahren, trotzt dieses Arrangement allen Zeitenwechseln in nahezu unveränderter Form. Dabei forderte die Stadt Leipzig bereits 2012 eine moderne museumspädagogische Überarbeitung, die bis heute nicht erfolgt ist. Museumsleiter Tobias Hollitzer, der die Museumsleitung 2008 von seiner Mutter übernommen hat, verteidigt die Ausstellung als "authentisch" und will sie weitgehend erhalten. Jetzt hat die Stadt Konsequenzen gezogen und alle Zuwendungen eingestellt. Auch Geldgeber aus Bund und Land werfen Trägerverein und Museumsleitung "schwerwiegende Verstöße" beim Umgang mit den finanziellen Mitteln vor. Genannt wird das Fehlen von Nachweisen für die Verwendung von Geldern, "zweckwidriger Einsatz", "häufige Missachtung von gesetzten Fristen". Der komplette Entzug der Förderung steht im Raum. Drei Jahre vor dem 40. Jahrestag der Friedlichen Revolution droht Leipzig an einem zentralen Ort des Gedenkens in der Stadt ein erinnerungspolitisches Fiasko. Ortstermin im Museum in der Runden Ecke und Stellungnahmen vom Tobias Hollitzer, von Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke und dem Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten Markus Pieper.
Autor: Rayk Wieland
* Biografie zum 95. Geburtstag des Drehbuchautors Wolfgang Kohlhaase
"Berlin - Ecke Schönhauser", "Solo Sunny", "Sommer vorm Balkon"– in Wolfgang Kohlhaases Drehbüchern stecken die Welt um die Ecke und 70 Jahre deutsche Filmgeschichte. Komödien, Krimis, Science Fiction und vor allem immer wieder Gegenwartsfilme stammen aus seiner Feder. Populär wurde er in der DDR und blieb es im vereinten Deutschland.
Die Schauspielerin und Schriftstellerin Bastienne Voss, die in seinen letzten beiden Lebensjahren mit ihm auf Lesetour war, hat sein Leben und sein Werk in einem unterhaltsamen Buch zusammengefasst: "Wolfgang Kohlhaase. Von Solo Sunny bis Sommer vom Balkon - ein Leben wie ein Film" Dafür hat sie mit zahlreichen Schauspielern, Regisseuren, Lebens- und Arbeitsgefährten gesprochen. Einer von ihnen ist der Schauspieler Sylvester Groth. "artour" trifft Bastienne Voss und Sylvester Groth in "Speiches Rock- und Blueskneipe", wo Wolfgang Kohlhaase den letzten Auftritt seines Lebens hatte. Er starb 2022.
Autor: Lutz Pehnert
* Viel Dix-Landschaft und dazu Neue Sachlichkeit
Mit der Ausstellung "European Realities" machte das Museum Gunzenhauser im (vorigen) Kulturhauptstadt-Jahr Furore, jetzt wird eine deutsche Fraktion davon noch ein