NACHTCAFÉ - Heiderose Stollenwerks prägendes Lebensgefühl ist die Einsamkeit

Fr., 07.11. • 18 Min.
SWR: NACHTCAFÉ - Heiderose Stollenwerks prägendes Lebensgefühl ist die Einsamkeit
Bild: SWR
Heiderose Stollenwerk wächst in einer instabilen Familie auf. Ihr Vater ist Alkoholiker und ihre Mutter Boderlinerin. Sie lebt bei ihrer 87-jährigen Großmutter. Heiderose erlebt ab der fünften Klasse Mobbing. In ihrer Verzweiflung begeht sie mit 13 Jahren einen Suizidversuch. Einsamkeit ist ihr prägendes Lebensgefühl in ihrer Jugend. Weil sie in einem Jahr 20 Zentimeter wuchs, entwickelt sich eine beidseitige Epiphyseolysis, eine Krankheit an den Hüftgelenken - in den Sommerferien vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule wird sie operiert. Für ihre Mitschüler ist ihr Rollstuhl ein Anlass, sie auszugrenzen. Bis sie mit 18 Jahren ausgewachsen ist, beginnt sie jedes Schuljahr im Rollstuhl. Sie leidet unter verbalen Anfeindungen und Übergriffen. In einer Jugendpsychiatrie erfährt sie keine erhoffte Hilfe. Unter Medikamenten hält sie das Mobbing in der Schule aus. Eine Spätfolge ihrer Erfahrungen ist heute Misstrauen gegenüber größeren Gruppen. Stollenwerk hat eine Kinderpflegeausbildung, aber arbeitet im Besucherservice an einem Theater.