NACHTCAFÉ - Ohne die alemannische Fasnet wäre Roland Wehrles Leben anders verlaufen
Fr., 06.02. • 17 Min.
Roland Wehrle wird 1948 geboren und wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter in Furtwangen im Schwarzwald auf. Als unehelicher Sohn mit einem ebenfalls unehelichen Geschwisterkind ist der gesellschaftliche Stand der Familie schwierig. Die Fasnet wird für ihn früh zur integrativen Kraft und fasziniert ihn durch ihr buntes Treiben schon von Kindesbeinen an. Ab dem sechsten Lebensjahr nimmt er regelmäßig an der Fasnet beziehungsweise Fastnacht teil, beide Begriffe nutzt er gleichwertig. Als junger Erwachsener übernimmt er Verantwortung in der örtlichen Narrenzunft. 1981 wird Wehrle Vizepräsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte, später steht er ihr 30 Jahre lang ehrenamtlich als Präsident vor, bis er das Amt im vergangenen Jahr abgibt. Beruflich schlägt er nach einer Ausbildung zum Werkzeugmacher und Kellner einen neuen Weg ein, studiert Sozialarbeit und Sozialpädagogik und leitet viele Jahre eine Familien-Nachsorgeklinik für schwer erkrankte Kinder und ihre Angehörigen - ein deutlicher Kontrast zum närrischen Treiben.