maischberger - Gregor Gysi und Philipp Amthor diskutieren über Teilzeit-Debatte, Brandmauer und Sozialstaat
Mi., 28.01. • 27 Min.
Bild: WDR/Oliver Ziebe
Philipp Amthor (CDU) kritisiert die Zuspitzung des Begriffs "Lifestyle-Teilzeit“, hält die Debatte darüber aber für legitim und notwendig. Kontroversen auf Parteitagen seien aus seiner Sicht positiv, weil sie Probleme wie eine zu hohe Teilzeitquote sichtbar machten. Dabei warnt er davor, Teilzeit moralisch zu bewerten oder Einzelnen Vorwürfe zu machen. Stattdessen betont Amthor strukturelle Ursachen wie mangelnde Betreuung und Pflegeangebote. Viele Menschen würden gern mehr arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmten, argumentiert er. Zugleich warnt er, dass der Sozialstaat bei sinkender Arbeitsleistung langfristig nicht finanzierbar sei.
Gregor Gysi (Die Linke) lehnt den Begriff "Lifestyle-Teilzeit“ entschieden ab und fordert stärkere rechtliche Absicherung von Arbeitnehmern. Er wirft der Union vor, beim Sozialstaat zu sparen, während für Rüstung und Militär aus seiner Sicht unbegrenzt Mittel bereitstünden. Gysi sieht dadurch die soziale Marktwirtschaft und damit die Stabilität von Demokratie und Rechtsstaat gefährdet. In der Auseinandersetzung um das Mercosur-Abkommen prallen beide schließlich erneut aufeinander: Gysi verteidigt die juristische Prüfung durch den EuGH, während Amthor sie als wirtschaftspolitischen "Skandal" kritisiert.