maischberger - Maria Kalesnikava über ihre Gefangenschaft und Oppositionsarbeit: "Ich habe keine Angst“

Mi., 28.01. • 19 Min.
WDR: maischberger - Maria Kalesnikava über ihre Gefangenschaft und Oppositionsarbeit: "Ich habe keine Angst“
Bild: WDR/Oliver Ziebe
Die belarussische Oppositionelle Maria Kalesnikava betont im Gespräch mit Sandra Maischberger, die Liebe sei für sie auch nach fünf Jahren Haft, davon mehrere Jahre in Isolation, die wichtigste Kraft geblieben und gebe ihr Hoffnung sowie innere Stärke. Rückblickend auf den Präsidentschaftswahlkampf 2020 beschreibt sie ein landesweites Gefühl des Aufbruchs, das gezeigt habe, wie notwendig ein Wandel in Belarus war. Weder Verhaftung noch Gefängnis hätten ihren Optimismus gebrochen, sie habe bewusst beim belarussischen Volk bleiben und nicht ins Exil gehen wollen. Die jahrelange Isolationshaft ohne Kontakt habe sie mithilfe von über 700 gelesenen Büchern überstanden. Politisch fordert Kalesnikava von der EU eine diplomatische Initiative zur Freilassung aller politischen Gefangenen und ein Ende der Repressionen in Belarus, da Sanktionen vor allem die Bevölkerung träfen und nicht die Machthaber. Für ihre Zukunft plant sie, in Berlin zu bleiben, kulturelle Projekte zu fördern und öffentlich über die Lage der Belarussen zu sprechen.