maischberger - Sönke Neitzel über Kriegsgefahr in Europa und den Zustand der Bundeswehr

Talkshow, Talk • Mi., 08.10. • 16 Min.
WDR: maischberger - Sönke Neitzel über Kriegsgefahr in Europa und den Zustand der Bundeswehr
Bild: ARD
Wie hoch ist die Bedrohung durch Russland? Und wie sollten wir auf die Drohnen im NATO-Luftraum reagieren? Militärhistoriker Sönke Neitzel beschreibt die aktuelle sicherheitspolitische Lage als einen „Zwischenzustand“ zwischen Krieg und Frieden, geprägt von hybriden Bedrohungen wie Drohnenüberflügen. Er kritisiert, dass Deutschlands Sicherheitsarchitektur veraltet sei („aus den 50er-Jahren“) und politische Reaktionen auf neue Gefahren zu langsam ausfielen. Die Bundeswehr sei strukturell überlastet und personell ineffizient, über die Hälfte der Soldaten arbeite nicht im Kernauftrag, kritisiert Neitzel. Eine freiwillige Dienstpflicht hält er für unrealistisch, um die nötige Truppenstärke zu erreichen. Besonders warnt Neitzel vor einer wachsenden Gefahr durch Russland, das den Westen gezielt schwächen wolle – ein direkter militärischer Konflikt mit der NATO sei in den nächsten drei Jahren nicht auszuschließen.