Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Selbstjustizfilm über ein Trio hitzköpfiger religiöser Aufpasser in Israel aussieht, wird in GOD'S NEIGHBORS, der in Cannes in der Sektion "Directors Fortnight" Premiere hatte, zu einer bemerkenswerten Studie über persönliche Entwicklung und Entfaltung. Ein Trio von Männern um die zwanzig, Avi, Kobi und Yaniv, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in ihrem Viertel Bat Yam auf Verstöße gegen die religiösen Gesetze zu achten. Mit Baseballschlägern und ihren Fäusten gehen sie vor allem auf Araber los, die die 'Frechheit' besitzen, laute Musik zu spielen oder den Sabbat anderweitig zu stören. Aber sie gehen auch hart mit entspannteren Juden ins Gericht, die ihre Läden am Freitagabend zu lange offen halten oder sich nicht korrekt kleiden. Obwohl sie ernsthaft Torastudien bei einem besonders inspirierenden und charismatischen Rabbi betreiben, sind die Jungs nicht gerade Vorbilder für konservatives Verhalten, denn sie rauchen regelmäßig Gras und sind im Allgemeinen unberechenbar, da sie nur ihrer eigenen, übermäßig körperlichen Interpretation von Gottes Willen gehorchen. Als eine unabhängige, interessante Frau, Miri, in Avis Leben auftaucht, kommt es zu der zu erwartenden - und zu befürchtenden - Erschütterung der Dynamik unter den jungen Männern. Auf überzeugende und fesselnde Art und Weise schildert Drehbuchautor und Regisseur Meni Yaesh die innere Zerrissenheit von Avi, der versucht, seine Interpretation der göttlichen Gebote, seine gewohnheitsmäßige und gewaltsame Umsetzung derselben und seine Gefühle für Miri und ihre Zukunft in Einklang zu bringen. Regisseur Yaesh gesteht offen, dass er mit Van-Damme- und Chuck-Norris-Actionfilmen aufgewachsen ist, und das spiegelt sich auch in seinem unverblümten Stil wider. Er nutzt beide Genretypen und geht über sie hinaus, was zu einem rauen, starken Debüt führt.
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