Die Klettersaison 2006 am Mount Everest ist so tödlich und kontrovers wie seit Langem nicht mehr. Im April und Mai führt der Everest Veteran Russell Brice eine Gruppe Kletterer über die tibetische Nordroute auf den Mount Everest. Ein Filmteam und kleine Kameras auf den Helmen der Sherpas dokumentieren die zweimonatige Expedition von Anfang bis Ende. Der Zuschauer erlebt den Moment des Triumphes auf dem Gipfel hautnah mit und folgt der außergewöhnlichen Pilgerreise der einzelnen Bergsteiger, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen ein fast unerreichbares Ziel gesteckt haben, den Gipfel des Mount Everest.
Ende März 2006 trifft sich eine Gruppe von Abenteurern in Katmandu, Nepal, um sich von dort zum Fuß des Mount Everest auf der tibetischen Seite aufzumachen. Sie sind Klienten des Everest Veteranen Russel Brice, der schon 137 zahlende Kunden auf den Gipfel geführt hat und bis jetzt noch keinen Toten in seinen Expeditionen zu beklagen hat. Der amerikanische Höhenmediziner Terry O’Connor betreut die Expedition. Max Chaya ist Extremsportler und Geschäftsmann aus dem Libanon. Er wäre der erste Libanese auf dem Gipfel. Der Neuseeländer Mark Inglis will den Everest besteigen, obwohl ihm beide Beine unterhalb des Knies amputiert wurden. Feuerwehrmann Brett Merrell aus LA träumt seit seiner Kindheit vom Everest. Der Däne Mogens Jensen ist Asthmatiker und will den Berg ohne Sauerstoffgerät besteigen. Der Amerikaner Tim Medvetz hat einen Motorradunfall nur knapp überlebt und will den höchsten Berg der Welt trotz Metallplatten in Rückrad, Beinen und Füßen bezwingen. Um sich an die Höhe zu gewöhnen, trekken sie mit 7 Übernachtungen langsam zum Basecamp, das mit 5200m schon höher als alle Gipfel der Alpen liegt. Dort haben sie eine Woche Zeit, um sich weiter zu akklimatisieren, bis sie dann zum 6400 m hoch gelegenen Advanced Base Camp (ABC) vorstoßen. Dort ist die Luft schon so dünn, dass eine Helikopterrettung im Notfall nicht möglich ist. Die Stimmung im Base Camp ist gut, bis ein Sherpa an Höhenkrankheit stirbt. Aber die Show muss weitergehen, denn immerhin hat jeder $40.000,- für die Expedition gezahlt. Russell Brice weist seine Klienten mit Tränen in den Augen darauf hin, dass jeder, der den Everest besteigen will, den Tod einkalkulieren muss. Das Team verbringt zwei harte Wochen im ABC, der Sauerstoffmangel macht jeden Schritt zur Qual. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und Herzrasen gehören zur Tagesordnung. Nicht jeder kann seinen Körper an 50% weniger Sauerstoff gewöhnen. Hirn- und Lungenödeme können zu Halluzinationen und zum Tod führen. Die einzige Therapie, ein schneller Abstieg. Nach der Akklimatisationsphase bricht das Team zum Camp 1, das sich auf dem 7000 m hohen North Col befindet, auf. Sie müssen mit Steigeisen eine 300 m hohe Eiswand erklimmen. Brett Merrell, der im letzten Jahr an dieser Stelle aufgeben musste, kämpft auch dieses Jahr mit der Höhe. Doch schließlich schaffen alle bis auf Tim Medvetz den Anstieg zum North Col. Dort sind sie höher als jeder Berg außerhalb des Himalaya. Terry O’Connor muss auf dem North Col einem indischen Bergsteiger helfen, der ein schweres Hirnödem hat und ins Koma gefallen ist. Der Mann wird sterben, wenn er nicht sofort ins Tal gebracht wird. Russells Team zieht den Mann in einer selbstgebauten Trage ins ABC. Dort bekommt er sofort Flaschensauerstoff. Russell hat eine radikale Meinung zu Rettungsaktionen am Everest: Hilfsbereitschaft kann tödlich sein.
01
Der erste Aufstieg
Expeditionsleiter und Everest-Legende Russell Brice kehrt für eine neue Saison zurück auf den Everest, doch in diesem Jahr bewegt er sich außerhalb seines gewohnten Reviers. Politische Unruhen in Tibet zwingen ihn auf die nepalesische Seite des Berges, wo sein Team dem tödlichen Khumbu-Eisfall trotzen muss.
02
Ein unerfüllter Traum
John Golden war ein viel versprechender College Football-Spieler, doch dann bereitete eine schwere Knieverletzung seinen Profispieler-Träumen ein jähes Ende. Er war kaum noch in der Lage zu laufen. Doch eine Knietransplantation vor zwei Jahren änderte sein Leben von Grund auf und nun ist er fest entschlossen, mit seinem neuen Knie den höchsten Berg der Welt zu bezwingen.
03
Tödlicher Countdown
Astronaut Scott Parazynski sah den Everest zum ersten mal aus fast 500 Kilometern Höhe vom Weltraum aus, doch er träumt schon seit seiner Kindheit von dem Berg. Sein erster Versuch ihn zu besteigen scheiterte. Diesmal ist er fest entschlossen es zu schaffen und macht sich mit einem Team auf den Weg zum Gipfel
04
In der Todeszone
Mogens Jensen und die anderen Mitglieder von Team 1 werden von schlechtem Wetter in Camp 3 festgehalten. Russell entscheidet, dass sie dort einen Tag warten müssen und bei besserem Wetter erst am nächsten Tag zum Camp 4 aufbrechen können. Das Warten schlaucht die Bergsteiger. In dieser Höhe baut der Körper nur noch ab. Team 2 muss ebenfalls warten, in Camp 2. Am nächsten Morgen kann Team 1 bei strahlendem Sonnenschein aufbrechen. Es ist kalt. Am Gipfel werden bis zu -50°C erwartet. Mogens startet als erster, weil er ohne Sauerstoffflasche langsamer klettert. Bald fällt Mogens hinter Terry und die anderen zurück. Obwohl er ein starker Athlet ist, muss Mogens aufgeben. Höhenkrankheit zwingt ihn, zum Camp 3 zurückzukehren. Dort trifft er auf Team 2. Deren Führer Mark Woodward überzeugt Mogens, auf Sauerstoff umzusteigen. Mogens willigt ein, obwohl das bedeutet, dass auch er seinen Traum aufgeben muss. Enttäuscht steigt er weiter ab. Alle sind überrascht, dass Tim es bis zum Camp 3 geschafft hat. Russell verlegt in der Zwischenzeit seinen Arbeitsplatz vom ABC zum North Col. Hier hat er einen besseren Blick auf den Gipfelgrat. Terry O'Connor, Bill Grouse und die Sherpa erreichen Camp 4 (8300m). Hier erwartet sie eine bitterkalte Nacht, bis sie gegen 1Uhr morgens zum Gipfel aufbrechen werden. Ab hier tragen die Sherpa Kameras auf ihren Helmen und filmen den Aufstieg hautnah. Team 1 klettert in kompletter Finsternis auf einem schmalen Grat, der nur von den Stirnlampen erleuchtet wird. So kommen gut voran. Als sie den so genannten "First Step" auf dem Gipfelgrat erreicht haben, stecken sie plötzlich in einem Menschenstau. Ein fremdes Team hat sie in der Nacht überholt und steckt nun an dieser Schlüsselstelle fest. Das Risiko beim Warten auszukühlen oder zu viel wertvollen Sauerstoff zu verbrauchen ist enorm. Team 1 kann die andere Gruppe, die teilweise aus völlig unerfahrenen Bergsteigern besteht, die nun weder vor noch zurückkommen, nicht überholen. Russell ist alarmiert. Immer wieder rechnet er aus, wie viel Sauerstoff Team 1 noch zur Verfügung hat und ob ein Gipfelsturm überhaupt noch möglich ist. Schließlich erreichen sie den so genannten "Mushroom Rock", an dem frische Sauerstoffflaschen für sie bereit liegen. Jetzt haben sie noch 8 Stunden, um zum Gipfel und zurück zu gelangen. Während Team 1 in einem zweiten Stau am "Second Step" fest hängt, bricht Team 2 zum Camp 4 auf. Nach quälend langsamen Aufstieg erreicht Team 1 den "Third Step". Der Gipfel ist in greifbarer Nähe. Nach weiterer Wartezeit in einer bizarren Schlange am Gipfel sind Terry, Bill und die Sherpas endlich an der Reihe. Sie stehen am höchsten Punkt der Erde. Ein Triumph für den sympathischen Mediziner Terry O'Connor. Doch Russell gibt ihnen nur 30min auf dem Gipfel. Sie müssen so schnell wie möglich absteigen, um den Staus zu entgehen. 80% aller Unfälle passieren beim Abstieg, weil der Adrenalinschub nachlässt und die Bergsteiger zu erschöpft sind, um sich aus der Todeszone in Sicherheit zu bringen. Beim Abstieg befürchtet Terry, dass er sich Erfrierungen an Zehen und Fingern zugezogen haben könnte. Aber es kommt noch schlimmer: Wieder steht Team 1 über eine Stunde im bizarrsten Stau der Welt.
05
Bis zum letzten Atemzug
Ein Sturm steuert direkt auf den Everest zu und droht, die Bergsteigersaison frühzeitig zu beenden. Doch Expeditionsleiter Russell Brice muss noch ein Team zum Gipfel bringen. Doch dieses Team besteht aus seinen schwächsten Kletterern und es geht um Alles oder Nichts.
06
Zahltag
Tim schleppt sich den Berg herunter. Immer wieder lässt er sich in den Schnee fallen, ein falscher Tritt und er stürzt die steilen Flanken hinunter. Die Sherpa müssen ihn antreiben, manchmal sogar anschreien, damit er weiter geht. Der beinamputierte Mark Inglis hat seine Stümpfe auf den Prothesen blutig gelaufen. Aber er muss es allein bis zum Camp 3 schaffen. Erst dort kann er Hilfe erwarten. Max Chaya steigt zügig ab und trifft auf einen Bergsteiger aus einem anderen Team, der am Wegrand im Sterben liegt. Max versucht zu helfen, doch umsonst. Russell fordert Max auf, weiter zu gehen, weil er nichts für den Sterbenden tun kann, eine kontroverse Entscheidung. Auch Tim und die Sherpa erreichen den Sterbenden. Sherpa Phurba versucht den Mann wiederzubeleben, ohne Erfolg. Dann gehen sie weiter. Schließlich erreicht Team 2 Camp 4. Als Letzter trottet Tim wie ein Zombie ins Camp 4. Gemeinsam steigen alle mit allerletzter Kraft ins Camp 3 ab. Von dort wird Mark Inglis am nächsten Tag auf einem behelfsmäßigen Schlitten von den Sherpa ins Tal gefahren. Russell ist erleichtert, als alle seine Klienten und Teammitglieder wieder sicher im Camp 1/North Col angekommen sind. Der Weg ins ABC ist nun nur noch ein Katzensprung. Dort leckt das Team seine Wunden. Terry O’Connors Erfrierungen können rückgängig gemacht werden, doch Mark Inglis wird einen weiteren Teil seiner Stümpfe verlieren. Max muss den inzwischen gestorbenen Bergsteiger mit einem Passbild identifizieren. Brett, Tim und Mogens denken darüber nach, ob sie zum Everest zurückkommen wollen, um es noch einmal zu versuchen. Russell glaubt, dass nur mental starke Menschen den Strapazen gewachsen sind. Max Chaya ist stolz auf seinen Erfolg. Am 17. Mai packt das Team zusammen und verlässt ABC Richtung Tal. Sofort greifen die Medien die kontroverse Geschichte des sterbenden Bergsteigers auf. 2006 gehört mit 11 Toten zu der tödlichsten Saison am Everest. Und dennoch werden Bergsteiger aus der ganzen Welt auch im nächsten Jahr Schlange stehen, um ihren Traum vom höchsten Punkt der Erde zu erfüllen.