Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Rolle des Vaters während des Krieges aktenkundig, aber die Witwe, seine Kinder und Kindeskinder streiten darüber wie über ein Geheimnis, das nicht gelüftet werden darf. Hanns Elard Ludin war ein Nazi, wie er im Buche steht. Schon als Offizier in der Weimarer Republik konspirierte er für Hitler, später stieg er bis zum "Bevollmächtigten Minister des Großdeutschen Reiches" in der Slowakei auf. Dabei war er auch für die "Endlösung" der Judenfrage zuständig. Nach dem Krieg wurde Ludin von den Amerikanern an die tschechoslowakischen Behörden ausgeliefert, zum Tode durch den Strang verurteilt und hingerichtet.

In seinem Dokumentarfilm "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß" nimmt Malte Ludin, der jüngste Sohn von Hanns Elard Ludin, diese Tatsachen zum Ausgangspunkt einer dokumentarischen Auseinandersetzung mit drei Generationen seiner zahlreichen, in der ganzen Welt verstreuten Familie. Ein hochemotionaler Zustandsbericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. Privat und dennoch beispielhaft.

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