Am 31. März 2005 schockierte ein beispielloses Massaker, dem 29 Menschen zum Opfer fielen, die brasilianische Öffentlichkeit. Vier Mitglieder der Militärpolizei von Baixada Fluminense, so der Name der verarmten Region um Rio de Janeiro mit etwa 3,3 Millionen Einwohnern, töteten wahllos und in aller Öffentlichkeit innerhalb von einer halben Stunde Männer, Frauen, Jugendliche und ein 13-jähriges Kind. Die Täter, die zu den berüchtigten Todesschwadronen gehören, die immer wieder in Erpressungen, Entführungen, Drogenhandel und in Tötungsdelikte verwickelt sind, wurden gefasst...

Eigentlich wollte der brasilianische Dokumentarfilmer Kiko Goifman 2005 einen Film über den Alltag von Menschen in Brasilien drehen, die ein Massaker der berüchtigten Todesschwadronen überlebt haben. Doch die Realität holte den Filmemacher ein, denn kurz vor Beginn der Dreharbeiten kam es zu dem - selbst für brasilianische Verhältnisse - extremen Gemetzel. Goifman reagierte und drehte mit "Atos dos Homens" eine in vier Teile gegliederte Dokumentation. Zunächst zeigt der Regisseur in "Der Alltag" die Bewohner der Region, in "Das Massaker" beschäftigt er sich mit der furchtbaren Tat und den Gefühlen, die diese bei den Bewohnern auslöste, "Todesschwadronen" thematisiert die Killerkomman­dos der Gegend und enthält ein Interview mit einem professionellen Mörder". "Alltag 2" schließlich zeigt die Anstrengungen der Menschen, das Erlebte zu verarbeiten. Erschreckend!

Foto: Freunde d. dt. Kinemathek