Die Türkin Ayla lebt mit ihrer Familie in München, wo sie aufgewachsen ist. Sie ist jung, schön, selbstbewusst und vor allen Dingen unabhängig, wovon ihre Familie und besonders ihr konservativer Vater nicht begeistert sind. Besonders Aylas Verhältnis zu ihrem Vater hat durch ihren Wunsch, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen, erheblich gelitten. Als sie eines Tages den Fotografen Ayhan kennen lernt, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch die steht unter keinem guten Stern, denn als die verheiratete Hatice, die sich von ihrem Mann scheiden lassen will, mit ihrer kleinen Tochter bei Ayla Zuflucht findet, stellt sich schnell heraus, dass diese sich vor Ayhan fürchtet. Denn er ist ihr Bruder und soll sie im Auftrag der Familie mit allen Mitteln von der Scheidung abbringen. Ayla muss sich entscheiden, zu wem sie hält ...

"Ayla" ist das stark autobiographisch geprägte Kinodebüt des aus Istanbul stammenden Autodidakten Su Turhan, der im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach München zog. Die Geschichte, die sich so in jeder deutschen Stadt abspielen könnte, setzte Turhan nah an der Realität und mit einem gut aufgelegten Darsteller-Ensemble in Szene. Dabei verarbeitet er so universelle Themen wie Liebe, Tradition und Moderne zu einem komplexen Drama. In der Hauptrolle der starken Ayla glänzt die aus dem Iran stammende Pegah Ferydoni ("Türkisch für Anfänger") in ihrer ersten großen Kinohauptrolle, den geliebten, aber durch die äußeren Umstände unerreichbaren Mann an ihrer Seite verkörpert der ebenfalls aus dem Iran stammende Darsteller Mehdi Moinzadeh ("Ghettokids", "Folgeschäden"). Moinzadeh wurde hierzulande durch seine Dauerrolle des Ermittlers Alim Zainalow an der Seite von Axel Milberg in den Kieler "Tatort"-Krimis (2002-2005) bekannt.



Foto: Zorro/Barbara Baumriedl