Aus Raffgier plant Ex-Tennis-Champion Tony Wendice den Mord an seiner jungen, wohlhabenden Frau Margot, die sich von ihm scheiden lassen will. Doch Margot kann den bestellten Mörder in Notwehr erstechen, wird aber wegen Mordes vor Gericht gestellt und tatsächlich zum Tode verurteilt. Kommt so der Ehemann doch noch an sein Ziel?

Suspense-Meister Alfred Hitchcock drehte den Klassiker in nur 36 Tagen und fast ausschließlich in einem Raum. Hitchcock: "Die ganze Handlung spielt in einem Salon, aber das ist ohne Bedeutung. Ich würde auch gern einen ganzen Film in einer Telefonzelle drehen." Weitaus mehr behinderte den Regisseur die gewaltige Kamera, denn "Bei Anruf: Mord" wurde auf Wunsch des Warner Bros.-Studios im 1952 nur für kurze Zeit populären 3-D-Format gedreht, obwohl schon bald feststand, dass er später in Normalformat in die Kinos kommen würde. Die plastischen Effekte interessierten Hitchcock wenig, in der Hauptsache wurden sie dadurch erzielt, dass die Kamera sich in einem Graben auf Höhe des Fußbodens befand. Für die weibliche Hauptrolle fand Hitchcock in der damals noch unbekannten Grace Kelly die Idealbesetzung und, wie er später sagte, eine der kooperativsten Schauspielerinnen, die er je erlebt hatte. Das Verhältnis zwischen dem von Schauspielern gefürchteten Regisseur und seinem neuen Star war ungewöhnlich gut und erwies sich als ausgesprochen fruchtbar: Grace Kelly spielte auch in den nächsten beiden Hitchcock-Filmen, "Das Fenster zum Hof" und "Über den Dächern von Nizza" die Hauptrolle. Je düsterer sich das Schicksal von Margot Wendice entwickelt, desto dunkler werden auch ihre Kostüme. Die berühmte Mordszene wurde immer wieder geprobt und gedreht, und es dauerte fast eine Woche, bis die Sequenz fertiggestellt war. "Das war ganz nett", sagte Hitchcock nach einer Aufnahme, "aber die Schere glänzt nicht genug. Ein Mord ohne blitzende Schere ist wie Spargel ohne Sauce Hollandaise - fade."

Foto: Warner