Wolfgang Beltracchi heißt eigentlich Fischer mit Nachnamen. Doch zu einem berühmten Kunstfälscher passt ein italienischer Name einfach besser. Über Jahre nutze er sein Können und kunsthistorisches Wissen, um Gemälde großer Künstler akribisch zu kopieren. Doch nicht nur bekannte Werke nahm sich der Fälscher vor, sondern erfand auch eigene, neue Werke, die er in dem Stil berühmter Maler auf die Leinwand brachte. Mit seiner Ehefrau konnte er seine Fälschungen in den Kunsthandel einschleusen und zahlreiche Gutachter, Kuratoren und selbst hochprofessionelle Auktionshäuser wie Christie's hinters Licht führen. Erst sein "Rotes Bild mit Pferden" im Stil von Heinrich Campendonk brachte die Ermittler auf seiner Fährte. Es folgte einer der größten Kunstfälscher-Prozesse der Welt ...

Regisseur Arne Birkenstock ("12 Tangos - Adios Buenos Aires") lässt in seinem Dokumentarfilm den in Höxter geborenen Kunstfälscher hauptsächlich selbst zu Wort kommen. Trotz seiner Gier und seiner Gerissenheit zieht der faszinierende wie charismatische Fälscher und Lebemann den Zuschauer in seinen Bann. Das Ergebnis ist somit eher eine amüsante Selbstinszenierung eines genialen Malers, der sich keiner Schuld bewusst zu sein scheint. "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" wurde 2014 mit dem Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.



Foto: Wolfgang Ennenbach/Fruitmarket Kultur und Medien