Sommerzeit ist in bayerischen Landen die Zeit der Rummelplätze und Dorffeste, in deren Mittelpunkt das weißblaue Bierzelt steht. Dort gibt es seit Jahren in einigen Orten eine Attraktion mehr: das Bierzeltboxen. Im Bierzelt suchen die Boxstaffeln alteingesessener Sportvereine ihr Publikum, das ihnen nach und nach verlorenging, als die Kämpfer noch in biederen Turnhallen die Fäuste schwangen. Als das Boxen immer mehr an Ansehen verlor und sich das öffentliche Interesse auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele konzentrierte, stellte sich für die Offiziellen der Vereine die Frage, entweder die Boxabteilungen zu schließen oder aber dahin zu gehen, wo der Zuschauer ohnehin schon ist: ins Bierzelt. So schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Eintrittsgelder besserten die Budgets der Vereine auf, und der Festwirt steigerte seinen Umsatz an den meist flauen Sonntagvormittagen. Also stellen sich junge Boxer, zumeist in sommerlicher Hitze, in den Ring und ertragen, während sie ihrem Körper Höchstleistungen abringen, den Mief von Brathendlfett und Schweinswürstelglut und ein Publikum, das im Zweifel lieber eine pfundige Rauferei als einen technisch sauberen Wettkampf sehen will.

Die Autoren erzählen von jungen Männern der Boxstaffel des TSV Peißenberg, die einer eher unzeitgemäßen, aber uralten Sportart nachgehen. Sie beschreiben die Momente vor und nach dem Kampf, richten den Blick ins Private und lassen die Boxer über ihr Tun sinnieren. Dabei ist viel von Disziplin und Härte die Rede, von Mut und Überwindung, aber auch von Ängsten, nicht zu bestehen, vor sich selbst nicht und nicht vor den Zuschauern, die sagen könnten: "Der taugt allweil nichts." Wobei die Älteren, Trainer und Ringrichter sagen, man selber sei früher härter gewesen, die Jugend verweichliche mehr und mehr. Jenseits des circensischen Spektakels wirft dieser Film ein Licht auf einige Menschen im bayerischen Oberland, die ihr Herz verloren haben an den Sport, für den sie sich im Training und Wettkampf quälen müssen. Doch es hilft ihnen, ihren Platz im Leben zu finden.