Borat ist Kasache und fühlt sich als Botschafter seines Landes. Dass dort Prostitution, Korruption und Waffenhandel Tradition haben, stört ihn wenig. Vom Innenministerium Hand verlesen ausgesucht, soll Borat Sitten und Gebräuche seines Landes in den USA kundtun. Dabei stößt er nicht immer auf Verständnis...

Borat ist ebenso wie Rapper Ali G. eine Kunstfigur des britischen Komikers Sacha Baron Cohen. Politisch stets völlig unkorrekt hangelt sich Borat von nervigen Gags unterhalb der Gürtellinie bis hin zu mitunter entlarvenden politischen Äußerungen seines jeweiligen Gegenübers. Das Ganze ist wie eine Dokumentation aufgemacht, angeblich ist alles echt. Dennoch merkt man vielen Szenen die Inszenierung an. Doch was als Groteske gedacht ist, entwickelt manchmal eine ungeahnte Eigendynamik, ist rassistisch und in hohem Maße beleidigend. Wer Witzchen jenseits des guten Geschmacks mag, ist hier gut aufgehoben. Einzig interessant: die zuweilen schmerzliche Wahrheit über das Gedankengut von "braven" Durchschnittsbürgern.

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