Erinnerung gegen Vergessen - die Zeit drängt. Eine Generation junger Chilenen ist herangewachsen, ohne die Hintergründe des Staatsstreichs vom 11. September 1973 zu kennen. An diesem Tag stürzte General Pinochet die demokratisch gewählte Regierung Salvador Allendes. Es sollte auch der Tag von Juans Hochzeit sein. Doch er kämpfte gegen die Truppen des Diktators und hätte dabei beinahe sein Leben gelassen. 23 Jahre später kehrte Patricio Guzmán in Juans Begleitung zum ersten Mal nach Chile zurück. Die Zeit ist reif, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Im Gepäck hatte Guzmán seinen von 1973 bis 1978 gedrehten Film "Die Schlacht um Chile": Der Kampf eines unbewaffneten Volkes, in dem die offene und friedliche Revolution unter Allende auf hervorragende Weise dokumentiert wird. Damals war der Film um die Welt gegangen, durfte in Chile aber nicht aufgeführt werden. Zurückhaltend zeigte Guzmán den Film seinen Mitstreitern von damals und jüngeren Zuschauern. Die Überlebenden der Tragödie erkannten ihre "verschollenen" Kameraden wieder und erinnerten sich an deren Mut und Liebe zum Leben. Nach der Vorführung wurde der Regisseur von einer kleinen Gruppe Studenten, die der Film zutiefst aufgewühlt hatte, mit Fragen bestürmt. Ihr unstillbarer Wissensdurst ist Ausdruck dafür, dass nun die unterdrückten Gefühle eines ganzen Volkes hervorbrechen. Sie haben das Empfinden, eine historische Pflicht erfüllen zu müssen. In ihnen kündigt sich das Chile von morgen an. Der Film wurde 1998 beim Internationalen Leipziger Dokumentarfilmfestival mit der Silbernen Taube ausgezeichnet.