Ein gottverlassenes Dorf auf der anderen Seite der alten Chinesischen Mauer, wo alte Legenden und Traditionen bis heute lebendig sind. Die Dorfbewohner hängen dem seltsamen Glauben an, dass ihre unverheirateten Toten sich einsam fühlen; deshalb suchen die Verwandten in magischen Heiratsritualen Gefährten für diese Bewohner der Unterwelt. Dank dieser Praxis haben sich Frauenleichen zur Mangelware entwickelt, und ausgeräumte Gräber sind an der Tagesordnung. Der autistische Dorfjunge Sissy, seine kindliche Verlobte Qing Hua und ihr engster Freund, der Waisenjunge Chun Sheng, haben eine heimliche Liebesbeziehung zu dritt miteinander. Sissy und Qing Hua werden am Tag ihrer Hochzeit Mann und Frau, während Chun Sheng sich in ihrem Schlafzimmer versteckt, um mit ihnen anzustoßen und das Bett mit ihnen zu teilen. Aber der Bund, den die drei miteinander geschlossen haben, ist zu romantisch, um der rauen Wirklichkeit standzuhalten...

Ein karges Drama voller archaischer Bräuche, Riten und Überlieferungen, von dem Hongkong-Chinesen William Kwok in digitalen Bildern eingefangen, die an Dogma-Filme von Lars von Trier oder Thomas Vinterberg erinnern. Erst als die Protagonisten ihr Dorf verlassen, wird dem Zuschauer bewusst, dass Kwoks Werk tatsächlich im 21. Jahrhundert spielt, in dem mit alten Traditionen gebrochen wird. Für die Zuschauer, die diese doch recht fremde Welt nicht kennen, ist "Darkness Bride" sicher nur schwer zu verdauende Filmkost.

Foto: Freunde d. dt. Kinemathek