Brokdorf ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein mit heute rund 1000 Einwohnern. Bekanntheit erlangte der Ort an der Elbe durch den Bau des Kernkraftwerkes Brokdorf und durch die Proteste, die den Bau des Atommeilers in den Siebziger- und Achtzigerjahren begleiteten. Seit damals ist Brokdorf ein feststehender Begriff, der für Kampf von Bürgern und Atomkraftgegnern steht. 1981 waren rund 100 000 Demonstranten angereist und lösten mit ihrem Widerstand einen der bis dahin größten Polizeieinsätze der Bundesrepublik aus. Fünf Jahre nach der Großdemonstration, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, ging das AKW in Betrieb ...

Rund 25 Jahre nach der Inbetriebnahme machte sich Dokumentarfilmerin Antje Hubert auf den Weg und suchte nach den Überresten des damaligen Protestes. Sie zeigt, wie das AKW die Einwohner des Dorfes in den letzten Jahren beeinflußt hat, was aus den Wutbürgern von damals wurde und lässt dank der Erinnerungen der Anwohner und altem Filmmaterial die Zeit der Demonstrationen wiederaufleben. Als Antje Hubert im Frühjahr 2011 an ihrem Film arbeitete, hatte die Bundesregierung gerade die längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke beschlossen. Doch dann kam es in Japan zu dem verheerenden Seebeben, infolge dessen es zur Nuklearkatastrophe von Fukushima kam. Ein Umdenken - auch in Deutschland - war die Konsequenz und Antje Hubert konnte ihren Blick in die Vergangenheit durch die aktuellen Ereignisse abrunden und erweitern.



Foto: thede Filmproduktion