Im Irland des 9. Jahrhunderts lebt der junge Mönch Brendan in dem abgeschiedenen, von Mauern umgebenen Kloster Kells Abbey, das immer wieder von Wikingerhorden bedroht wird. Der 12-Jährige, Neffe des Abts Cellach, hat das Kloster noch nie verlassen. Umso mehr interessiert sich der wache Junge für den berühmten Buchmaler-Meister Aidan, der dem Kloster einen Besuch abstattet. Denn dieser führt ein legendäres Buch voller Geheimnisse, Weisheit und mystischen Kräften mit sich, das aber noch nicht komplett vollendet ist. Als Brendan die große Chance erhält, bei der Vollendung des Buches zu helfen, schleicht er sich unerlaubt aus dem Kloster direkt in den dunklen Wald, wo er eine seltene Beere sammeln soll, aus der die Tinte für die herrlichen Buchillustrationen gewonnen wird. Doch dann wird Brendan plötzlich von Wölfen angegriffen …

Mit dieser äußerst gelungenen Mischung aus handgemalten, von alter Buchmalerkunst inspirierten Zeichnungen und neuester Computertechnik schuf der irische Filmemacher Tomm Moore einen faszinierenden Fantasy-Trickfilm mit außergewöhnlichen Bildern. Moore, der neben der Regie auch die Produktion übernahm und an Drehbuch und Soundtrack beteiligt war, nutze als Ausgangsmotiv seines prächtig stilisierten Werkes das tatsächlich existierende "Book of Kells", das wahrscheinlich aus dem 9. Jahrhundert stammt, heute in Dublin aufbewahrt wird und als eines der hervorragensten Zeugnisse irischer Buchmalerei angesehen wird. Die Geschichte tritt zwar gegenüber den bis ins kleinste Detail gestalteten Bildern zurück, doch trotzdem überzeugt das auf Filmfestivals vielfach preisgekrönte Werk mit seinem ganz eigenen, zweidimensionalen Zeichenstil. "Das Geheimnis von Kells" war 2010 für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert, musste sich aber Peter Docters Disney-Produktion "Oben" geschlagen geben.



Foto: Pandastorm Pictures