Die elfjährige Wadjda lebt in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Auf ihrem Schulweg kommt sie jeden Tag an einem Spielzeugladen vorbei: Dort steht ihr grünes Traumfahrrad, auf dem sie sich mit dem Nachbarsjungen Wettrennen liefern möchte. Doch leider besitzt Wadjda weder Geld noch die Erlaubnis, sich als Mädchen in dem streng islamischen Land auf Rädern fortzubewegen. Doch die junge Rebellin gibt ihren Plan nicht auf und setzt alles in Bewegung, sich ihren Wunsch nach ein bisschen Freiheit zu erfüllen ...

Das Drama ist eine kleine Sensation, denn nicht nur öffentliche Filmvorführungen sind in Saudi-Arabien verboten, auch das Drehen selbst ist untersagt. Doch genau diese Vorschriften wurden gebrochen - und zwar von einer Frau. Die saudische Regisseurin und Drehbuchautorin Haifaa Al Mansour, ausgebildet in Sydney und Kairo, realisierte den vollständig in Saudi Arabien gedrehten Film trotz der erschwerten Bedingungen. Mit ihrem Spielfilmdebüt erzählt sie nicht nur ein herzergreifende Geschichte, sondern schuf gleichzietig ein Gesellschaftsporträt, in dem sie das System der Frauenunterdrückung auf feine, subtile Weise thematisiert. Auf den Filmfestspielen in Venedig 2012 feierte der Meilenstein der saudischen Filmgeschichte Weltpremiere.



Foto: Razor Film