Die 1924 in Wien geborene Dichterin und Büchner-Preisträgerin Friederike Mayröcker galt lange Zeit als "Paradiesvogel" der Avantgarde. Zu ihren bekanntesten Werken zählen die Textsammlung "Magische Blätter" mit Gedichten und Prosastücken sowie der Roman "Die Abschiede". Ihr Stil ist stark vom Surrealismus beeinflusst, ihre Texte erhalten durch eine virtuose Montage, durch eigenwillige Aneinanderreihungen und Wiederholungen eine unnachahmliche Ästhetik. Mayröcker schreibt sowohl Gedichte als auch Prosatexte und Hörspiele. Von 1954 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 war sie mit dem Wiener Dichter Ernst Jandl befreundet.

Filmemacherin Carmen Tartarotti, die 1989 bereits in "1 Häufchen Blume 1 Häufchen Schuh" die gefeierte Wiener Dichterin porträtierte und 2001 anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises erneut ein Porträt lieferte, setzte sich hier wieder mit der Dichterin auseinander. Das Schreiben und das Schweigen mit der 84-Jährigen ein Film über die Bedingungen ihrer poetischen Produktion und zugleich eine Reflexion der filmischen Möglichkeiten ihrer Darstellung. O-Ton Friederike Mayröcker: "Ich hab' gedacht, es soll ein Film über das Schweigen werden. Das Schreiben und das Schweigen. Aber wie macht man das dann? Vielleicht ist es bei anderen Autoren so, dass sie beim Sprechen andere Sachen hervorholen aus ihrem Hirn, während ich nichts hervorholen kann. Ich mag nicht sprechen! Und auf dieser Grundlage werden wir unseren Film aufbauen. Das machen wir!"



Foto: Carmen Tartarotti