Franziska Herr-Gross wird von ihrem Mann, einem erfolgreichen Regisseur, nach Strich und Faden betrogen. Doch sie schluckt alles. Dann aber leitet ihr Anwalt Enno Winkel durch ein Missverständnis die Scheidung ein, und das reißt sie aus ihrer Lethargie. Sie beginnt zu schreiben: die Geschichte ihrer missratenen Ehe. Natürlich ist das genau das Buch, auf das alle Welt gewartet hat, und es wird ein Bestseller daraus. Bestseller aber, so weiß man, werden in Deutschland sofort verfilmt. Allerdings soll ausgerechnet Franziskas Noch-Ehemann Regie führen ...

Seinen Super-Flop "Mr. Bluesman" (1992) konnte man Sönke Wortmann ja noch verzeihen. Sicher, der Film war mega-lausig, aber hier hatte immerhin jemand versucht, etwas für deutsche Verhältnisse Neues zu schaffen: einen Genre-Mix aus Action und Komödie. Aber in "Das Superweib" wird eigentlich gar nichts mehr versucht, außer einen ohnehin schon flachen Bestseller noch flacher und damit noch stromlinienförmiger für die Leinwand zu verwursten. Das ist alles von einer dermaßen schrecklichen Uninspiriertheit, dass man sich fragt, wie ein Sönke Wortmann jemals einen Film wie "Kleine Haie" drehen konnte. Schon der Anfang: Frau Ferres fällt ins Wasser! Hei, wie lustig! Das wäre in den Fünfzigerjahren ein Brüller gewesen. Ein Übriges tun die krassen Fehlbesetzungen: Thomas Heinze ist - wie immer - total unkomisch, Joachim Król reproduziert seine hinlänglich bekannte Schussel-mit-Herz-Routine, Heiner Lauterbach lässt mal wieder den Macho raushängen (spielt ergo sich selbst), aber den absoluten Tiefpunkt bildet Veronica Ferres, die ganz gewiss eines nicht ist: ein Superweib.

Foto: Neue Constantin