Ein Paar, das alle gesellschaftlichen Fesseln abgeworfen hat, erregt den Widerstand von Kirche und Familie, Armee und Polizei. Trotzdem versucht es alles, um seine Liebe zu leben.

Die Geschichte einer "amour fou" - der erste Tonfilm des spanischen Meister-Regisseurs Luis Buñuel - gilt als Meilenstein des surrealistischen Films. Mit einer Flut von verstörenden Bildern und ungewöhnlichen Metaphern - Bischöfe verwandeln sich in Skelette und Kühe wandern durch Schlafzimmer - entwickeln Luis Buñuel und sein Ko-Autor Salvador Dalí ein ebenso blasphemisches wie provokantes Pamphlet gegen eine den Menschen unterdrückende gesellschaftliche Ordnung. Luis Buñuels religiöser Pessimismus ging auf seine strikt katholische Erziehung zurück, die ihn nachhaltig prägte. Die Rigidität ihrer Morallehre machte die Kirche für ihn zu einem System absoluter Unfreiheit und Bevormundung, dem man sich mit allen Mitteln entziehen muss. Die offene Kirchenverachtung Buñuels und Dalís trug dem Film ein Verbot durch die Zensur ein, das ein halbes Jahrhundert lang währen sollte. Buñuel bezog zum ersten Mal Träume und Fantasmen in eine Spielhandlung ein und begründete damit seinen eigenwilligen Stil, bahnbrechend in Filmen wie "Die Milchstraße" und "Der diskrete Charme der Bourgeosie". In Nebenrollen sind der Maler Max Ernst und der Dichter Pierre Prévert zu bewundern.

Foto: Alive