Es gibt sie noch: Berghirten in Europa, fern jeder Zivilisation. Dumitru Stanciu ist einer dieser letzten Berghirten. Wie seine Vorfahren, zieht er mit seiner Schafherde zu jeder Jahreszeit über die Weiten des transsilvanischen Karpatenbogens; ganz nah am Himmel entlang. Die Sorge um seine Tiere, die er vor Bären und Wölfen, aber auch vor Sonne, Wind, Schnee und Eis beschützen muss, ist sein ständiger Begleiter. Doch die Zukunft dieses Berufes scheint unsicher. Wenn Dumitru Stanciu seinen Hirtenstab niederlegt, stirbt ein Stück des Alten Europas aus. Noch ist ungewiss, ob sein Sohn Radu die Herde übernehmen wird ...

Was auf den ersten Blick nach einem nur wenig prickelnden Kinoerlebnis klingt, entpuppt sich schnell als fesselnde und bildgewaltige Dokumentation. Dem Berliner Regisseur Titus Faschina ist hier ein beeindruckender Film gelungen, der durch seinen Tiefgang und spektakulären Einsichten überzeugen kann. Das gelingt Faschina nicht nur bei den Einblicken in das Leben der Hirtenfamilie, die er kommentarlos, aber stimmungsvoll zu präsentieren weiß, sondern auch dann, wenn er die Kamera über die atemberaubende Landschaft der Karpaten schwenken und sich vom Wechsel der Jahreszeiten gefangen nehmen lässt. Ein empfehlswertes Filmerlebnis, was trotz Schwarz-Weiß-Optik und Untertitel überzeugt.



Foto: barnsteiner-film/Bernd Fischer