Nathanael ist seit seiner traumatischen Kindheitserfahrung von seiner Angst vor der bedrohlichen Figur des Advokaten Coppelius getrieben. Er sieht in ihm das Böse, dass ihn offensichtlich wieder eingeholt hat. In einem Brief schreibt er, dass ihm der Wetterglashändler Coppola begegnet sei und er nach Nathanaels Leben trachte. Doch seine Verlobte Klara versucht ihn zu beruhigen und versichert ihm, dass es sich ausschließlich um ein Hirngespinst handele. Doch die verstörenden Kindheitserinnerungen kochen in Nathanael wieder hoch und in seinem Kopf verschwimmen die Grenzen zwischen Wahn und Realität immer stärker. Als er auf einem Ball die schöne Olympia kennenlernt, ist es vollends um ihm geschehen und erkennt ihre rätselhafte Identität nicht mehr ...

E.T.A Hoffmann verfasste zu Beginn des 19. Jahrhunderts den romantisch-düsteren Zyklus "Nachtstücke". Sie handeln von der Diskrepanz zwischen Realität und Traum und den "Nachtseiten" des menschlichen Verstandes, die durch Rationalität nicht zu erklären sind. Regisseur und Spezialeffekte-Spezialist für Andreas Dahn nahm sich des bekanntesten, dunklen Schauermärchens und Klassikers der deutschen Literatur an und inszenierte nach der literarischen Vorlage eine Theaterfilm, der die Stimmung und das Wechselspiel von Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit gut einfängt. Bela B., Schlagzeuger der selbsternannten "besten Band der Welt - Die Ärzte", mimt den Unheil-bringenden Coppelius/Coppola - passend!

Foto: ZDF/Moritz Scherzer