Der Amazonas ist bedroht. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wie Ciro Guerras eindrucksvolles Drama  beweist. Dadurch, dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht wurde, wird der Notstand dieses einzigartigen Reservates noch einmal eindringlich verstärkt.

Guerra nimmt dem Gebiet so seine farbenfrohe Strahlkraft und kreiert ein mysteriöses Dickicht aus Habgier, Hoffnung und Resignation. Damit brachte der Regisseur Kolumbien dieses Jahr die erste "Oscar"-Nominierung der Geschichte ein, in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film".

Fast schon hypnotisierend erzählt Guerra darin eine Geschichte, die sich zwischen mysteriösem Abenteuerfilm und Drama ansiedelt.

Vergängliches Wissen

In diesem Werk begegnet der Zuschauer Karamakate (jung: Nilbio Torres/alt: Antonio Bolívar), einem der letzten verbliebenen Schamanen des Urwaldes. Dieser wird von dem todkranken deutschen Theologen Theo (Jan Bijovet) aufgesucht, der sich Heilung von einer sagenumwobenen Pflanze verspricht. 

Gemeinsam begeben sich die grundverschiedenen Charaktere auf eine Reise durch das Dickicht. Immer wieder verschmelzen Karamakates Streifzüge mit dem Theologen mit jenen, die er 30 Jahre später mit dem Botaniker Richard Evan (Brionne Davis) unternimmt.

Der Wunderheiler plant, sein Wissen an den weißen Mann weiterzugeben. Denn obwohl er diesem mit Misstrauen begegnet, ist es in Zeiten, die von der Gier nach Kautschuk, Holz und anderen Rohstoffen geprägt sind, doch die einzige Möglichkeit, es zu bewahren.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Der Schamane und die Schlange - Eine Reise auf dem Amazonas":