In einer Welt, in der man Sightseeing auf Wolken betreibt oder in der Klaviere nach Noten einen Cocktail mixen, fühlt sich der wohlhabende Schöngeist und Lebemann Colin durchaus wohl. Sein Leben ist von Musik, Partys und Frauen bestimmt. Dennoch fehlt Colin die perfekte Frau an seiner Seite. Sein bester Freund Chick hat kein Geld, liebt ebeso die Musik und hat die wunderschöne Alise. Auf einer Party verliebt sich Colin prompt in Chloé und mit ihr geht ein Traum in Erfüllung. Die beiden werden ein Paar, heiraten gar und alles wäre wunderbar, wenn nicht in Chloés Lunge eine Seerose wachsen würde …

Vor allem in Frankreich gilt der jung verstorbene Boris Vian - er starb 1959 im Alter von 39 Jahren - als Kultautor, sein Werk "Der Schaum der Tage" ist ein Klassiker. Kein Geringerer als Visionär und Oscarpreisträger Michel Gondry ("Vergiss mein nicht!", "Science of Sleep - Anleitung zum Träumen") nahm sich das als unverfilmbar geltende Werk vor und schuf daraus traumhafte, surreale Bildkompositionen. Natürlich merkt man, dass das Budget des Films ein geringes war, doch Gondry schafft es immer wieder mit geringen Mitteln tolle Geschichten zu erzählen. Leider hat er nicht auf die Kraft seiner schrägen Bilder vertraut und das Werk um eine halbe Stunde verkürzt und hauptsächlich auf die Liebesgeschichte reduziert. Doch wer Vian gelesen hat, weiß, dass die Musik – speziell der Jazz - die eigentliche Hauptrolle spielt und genau viele dieser Szenen wurden für die internationale Fassung herausgeschnitten. Da kann man nur hoffen, dass dies bei der DVD-Veröffentlichung anders ist. Dennoch ist der Film auch gekürzt eine wahrer Augenschmaus, bei dem die Leichtigkeit der Umsetzung bei vielen absurden Momenten besonderen Spaß bereitet.



Foto: StudioCanal