Ein Mann will sich von seiner Frau trennen, aber die Frage bleibt, was mit dem 12jährigen Sohn geschehen soll. Der Mann erinnert sich an seine eigene Kindheit zurück; das Gesicht der Ehefrau verschmilzt mit dem der Mutter (beide werden von derselben Schauspielerin dargestellt). Verschüttete Bilder werden wach: die Ängste der Stalinzeit, der Spanienkrieg, der Zweite Weltkrieg, die Atombombe, der Maoismus, die Grenzzwischenfälle am Ussuri. Privates und Gesellschaftliches durchdringen einander, Bedrohungen nehmen vielerlei Gestalt an.

Ursprünglich hatte Andrej Tarkowski diesen Film als Hommage an seine Mutter geplant: "Ich kann mich nicht abfinden, dass meine Mutter sterben wird. Ich werde dagegen protestieren und beweisen, daß sie unsterblich ist." Von dieser Idee blieben im "Spiegel" dann nur Rudimente zurück: Der Film verdichtete sich zu einem spannungsvollen Mosaik aus Erinnerungen, Träumen und Phantasien, die sowohl in die dreißiger Jahre zurückführen als auch in der unmittelbaren Gegenwart wurzeln. Ein Reigen von Assoziationen, konkret und allegorisch zugleich, fernab einer herkömmlichen Erzählstruktur. Tarkowski "porträtiert den modernen russischen Intellektuellen als einen Menschen, der zwar in der Lage ist, komplizierteste Zusammenhänge zwischen dem eigenen Ich und der ganzen Welt herzustellen, aber total unfähig, elementarste Lebensfragen zu lösen". (Oksana Bulgakowa).