Die Kölner Taxifahrerin Maria Schäfer trifft eines Tages ihre Jugendliebe Jan Berger wieder. Durch dieses Wiedersehen wird sie an ein dunkles Kapitel in ihrer eigenen Vergangenheit erinnert: Einst wurde sie, damals nutze sie noch ihren wahren Namen Meryem, von ihrem Vater einem entfernten Verwandten in der Türkei als Frau versprochen. In ihrer Not ging sie eine Scheinehe mit ihrem Cousin Bilal ein, der sie daraufhin vergewaltigte. Als nun auch ihre Tochter Esra durch Zufall in einen gewaltätigen Konflikt mit dem inzwischen erfolgreichen Geschäftsmann Bilal gerät, beschließt Maria zu handeln und sich der eigenen Vergangenheit zu stellen ...

Produzent und Regisseur Mehmet Çoban, einst TV-Journalist beim Kölner WDR, inszenierte dieses Drama - gleichzeitig sein Kino-Debüt - nach dem Drehbuch seiner Ehefrau, der Malerin und Schauspielerin Hatice Balaban-Çoban, die auch in der Hauptrolle der Maria Schäfer alias Meryem zu sehen ist. Mit viel Lokalkolorit erzählt er vom Leben türkisch-stämmiger Mitbürger, in deren Leben sich die unterschiedlichen Kulturen allmählich vermischen. So ist Maria eine durchaus starke Frau, die schließlich das Gesetz des Handelns an sich reißt und damit auch die eigene, sie peinigende Vergangenheit zu überwinden weiß. Zwar kommt Çoban Werk eher TV-mäßig daher, doch sein Ansatz, dem Zuschauer das mitunter schwierige, mit Vorurteilen belastete Leben türkischer Mitbürger in Deutschland deutlicher zu machen, ist mehr als lobenswert.

Foto: Sonfilm (Barnsteiner)