Die Schulfreunde Werner Holt und Gilbert Wolzow werden noch 1945 als Flakhelfer einberufen. In der Slowakei zur Niederschlagung eines Partisanenaufstandes eingesetzt, werden sie Zeugen von grausamen SS-Verbrechen an der Bevölkerung. Die schrecklichen Kriegserlebnisse lassen Holt begreifen, dass seine Ideale missbraucht worden sind. In einer dramatischen Aktion entwaffnet er seinen Kameraden Wolzow, der immer noch für den Endsieg kämpft ...

20 Jahre nach Kriegsende, mitten während des Kalten Krieges, wurden "Die Abenteuer des Werner Holt" nach dem Bestseller von Dieter Noll gedreht. Der Film erreichte binnen weniger Monate über vier Millionen Zuschauer. Mit beeindruckenden Bildern und einem hohen Maß an Realismus beschreibt Regisseur Joachim Kunert, wie eine ganze Generation von Staats wegen missbraucht und zu fragwürdigen politischen Zielen fehlgeleitet wurde. Er verließ die Grundlage der DEFA-Ideale, indem er anstelle eines proletarischen einen bürgerlichen Helden porträtierte und auf dessen vordergründige Läuterung zum Kommunisten verzichtete. Damit stand dem Film der Weg in den Westen frei, wo sich das Kinopublikum nahezu zeitgleich mit diesem Thema auseinandersetzte und "Die Abenteuer des Werner Holt" zu unerwartetem Kassenerfolg in der Bundesrepublik verhalf.

Foto: MDR/Degeto