"Glauben Sie wirklich, Österreich würde dieses Bild rausrücken, nur damit es über dem Sofa einer alten Dame hängt?", wird der Anwalt Randol Schoenberg (Ryan Reynolds) kopfschüttelnd gefragt. Bei besagter alter Dame handelt es sich um die Jüdin Maria Altmann, mit ironischen Untertönen von "Oscar"-Preisträgerin Helen Mirren verkörpert, deren Familie 1938 von den Nationalsozialisten enteignet wurde.

Unter den Besitztümern hatten sich mehrere Gemälde von Gustav Klimt befunden, unter anderem "Goldene Adele", auf dem der berühmte Maler ihrer Tante ein Denkmal gesetzt hatte. Als Maria die Nachricht erhält, dass sie die rechtmäßige Erbin der Kunstwerke ist, strengt sie mithilfe des Juristen einen schwierigen Prozess an. Denn mittlerweile nennt das Land Österreich die Kunstgegenstände sein Eigen und ist nicht gewillt, sie so einfach zu übergeben.

Mit deutschen Mimen

In Rückblenden erzählt Simon Curtis eine berührende Geschichte von Vertreibung, Enteignung, Flucht und dem zähen Kampf um Gerechtigkeit. Er stützt sich dabei auf die wahren Erlebnisse Maria Altmanns, die 2006 endlich in den rechtmäßigen Besitz der Klimt-Werke kam. Die Verfilmung ihres Schicksals erlebte sie nicht mehr: 2011 starb sie in L. A.

Seit dem Fall Gurlitt ist das Thema, wie man heute mit in der Nazi-Zeit enteigneter Kunst umzugehen hat, wieder in aller Munde. Daniel Brühl, der den Journalisten Czernin spielt, führt souverän eine Riege deutscher Schauspieler an, die sich neben den Stars Mirren und Reynolds nicht verstecken brauchen.

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