Es werde Herbst: Als Protagonist ein beliebter Komödiant - das klappte schon in Markus Sehrs Comedy "Eine Insel namens Udo" (2011) mit Kurt Krömer. Nun lässt er "Stromberg"-Star Christoph Maria Herbst und Theaterschauspieler Peter Kurth aufeinander los.

Als Bewährungshelfer Benno zeigt Herbst zunächst seine seriöse Seite, sein Kontrahent darf als Kleinkrimineller Hotte alle Klischee-Register des Milieus ziehen. Als Letztgenanntem auf einmal sogar das Sorgerecht für seine Kinder zugesprochen wird, die er kaum kennt, hat Benno nur noch eines im Sinn: Mit aller Macht will er dem frechen Gauner, der sich gerade übers Kindergeld freut, dazwischenfunken.

Überladenes Feuerwerk

Beide Darsteller haben in der knalligen Komödie gute Momente und hängen sich voll rein. Das kann jedoch nicht übertünchen, dass Sehr seine Inszenierung mit Situationskomik und Einfällen völlig überfrachtet hat, die urplötzlich aufpoppen wie Fenster auf einer vollgepackten Internetseite. Nur bedingt schimmert seine Hommage an Gauner mit Herz in dem ganzen Tohuwabohu noch durch.

"Wir wollten einen schwitzigen, dreckigen Großstadtfilm erzählen. Aber eben ohne diese Tristesse, die man manchmal aus Milieu-Betrachtungen kennt", sagt der Regisseur. Ein bisschen weniger Situationskomik hätte der Tiefe des Films gut getan, denn den Boden kann man von oben mit bloßem Auge deutlich erkennen.

Außerdem wirkt der alberne Handlungsstrang mit Bennos Frau Tanja, die unbedingt schwanger werden will und ihn deshalb ständig zum Sex nötigt, überflüssig.