Tessin im 19. Jahrhundert: Weil die Eltern nicht mehr für ihn sorgen können, wird der kleine Giorgio an einen Kinderhändler verkauft. Der verfrachtet gleich mehrere Jungs nach Mailand, um sie dort als Kaminkehrer meistbietend zu versteigern. So ist Giorgio ein Schicksal mit schwerer Arbeit in finsteren Kaminen beschieden. Doch er will sich nicht tatenlos fügen. Mit weiteren Leidensgenossen gründet er den Bund der Schwarzen Brüder, die zum einen für bessere Arbeitsbedingungen eintreten und sich gemeinsam den Angriffen der Mailänder Straßenjungen erwehren. Doch eigentlich kennt Giorgio nur ein Ziel: Er will zurück nach Hause ...

Vor über 70 Jahre erschien Lisa Tetzners gleichnamiger, zweiteiliger und auf Tatsachen beruhender Roman, der zum Jugendbuchklassiker avancierte. Lang hat es gedauert, bis man sich an die Kino-Adaption (in den Achtzigerjahren gab es eine Mini-Serie in der ARD) wagte. Doch besser wäre es gewesen, man hätte noch länger gewartet. Denn was der eigentlich versierte Schweizer Xavier Koller (er wurde immerhin für "Reise der Hoffnung" mit dem Oscar ausgezeichnet) aus der Vorlage machte, ist eher unfreiwillig komisch, denn packend oder gar unterhaltsam. Jede Szene wirkt so, als ob in Großbuchstaben INSZENIERT darüber stände. Hölzern wirken die Figuren, plump die Dramaturgie und aufgesetzt Schauspiel und Ausstattung.



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